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Wenn das innere "JA" fehlt - Der Weg zur Selbstdisziplin

Am Anfang meiner Coaching-Tätigkeit ist es mir ab und zu passiert, dass ganz besondere Menschen zu mir kamen. Sie steckten nämlich in einer Krise und wollten, dass ich ihr Leben verändere.

 

Ich mich darauf eingelassen, habe deren Problem zu meinem gemacht und versucht, sie in ein anderes Leben zu bugsieren.

 

Mit null Erfolg.

 

Nicht nur, dass ich überhaupt keine Chance hatte, die Menschen auch nur einen Millimeter zu bewegen (es war, als wolle ich alleine einen 40-Tonner anschieben). Ich kam auch ans Ende meiner Kräfte. Ich glaube, viele Coaches kennen das aus ihrer Anfängerzeit.

 

Das war für mich eine wichtige Erkenntnis. Wer nicht bereit ist, sich selbst zu bewegen, hat innerlich nicht „Ja“ gesagt zum Änderungsprozess. Und dann ist meine Arbeit wie Angeln ohne Haken.

 

Das mache ich nicht mehr. Ich habe meine Preise so in die Höhe gesetzt, dass nur noch Menschen zu mir kommen, die wirklich ihr Leben verändern möchten und bereit sind, ihre Schritte selbst zu tun. Ich zeige dann, wo’s langgeht. Wie ein Bergführer eben. Nur dann kommen wir voran und meine Arbeit macht mir Spaß.

 

Aus Klientensicht ist es gar nicht so einfach, das innere „Ja“ zu finden. Denn wer ja zur Veränderung sagt, sagt ja zum Abschied des alten Lebens. Es wird zu Trennungen kommen. Auf jeden Fall.

 

Man muss sich von Altem trennen, ohne genau zu wissen, was das Neue bringt. Dazu gehört extrem viel Mut. Kann ich verstehen, weil es mir auch so erging.

 

Vielleicht helfen diese Fragen weiter, um zum inneren „Ja“ zu finden:

 

-        Wenn ich schon so leide, dass ich es bemerke (und das ist meist ein langer Weg), warum bin ich dann nicht bereit, das Leid los zu lassen?

 

-        Was ist das Schlimmste, was mir dann passieren kann?

 

-        Was möchte ich gerne erleben?

 

-        Wer sollen meine Freunde sein?

 

-        Was schadet es, wenn ich mehr über mich erfahre? Führt das automatisch zu neuem Leid?

 

-        Warum bin ich der Meinung, dass nur andere es schaffen, ein Tal zu durchschreiten?

 

Wer innerlich nicht „ja“ sagt, wird niemals das vorgenommene Ziel erreichen. Das geht jedem Sportler und jedem Geschäftsmann so. Erst das innere Ja bringt so viel Motivation und damit auch die Selbstdisziplin, dass Krisen weggesteckt werden und weiter gegangen wird. Krisen werden dann sogar zum Motivator, weil das eigene Potenzial entdeckt und immer weiter entwickelt wird.

 

Frisch auf!

 

Beatrix Philippin

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